Gemeinsam stärker in die Zukunft

    Einfach weiter so? Das war nie die Option für die Caritas- und Fachverbände vor Ort. Und bei dem, was sich aktuell über den Köpfen der Vorstände und Geschäftsführungen für die nächsten Jahre zusammen braut, erst recht nicht. Es braucht eine gute Strategie, mehr Geld für die Steuerung und vor allem auch mehr Zusammenarbeit. Davon ist Johannes Böcker, Vorstand des Kreiscaritasverbandes Coesfeld, überzeugt.

    Konkretes und deshalb gut nachvollziehbares Beispiel ist die Digitalisierung. Das direkte Gespräch mit Ratsuchenden wird sich nicht ersetzen lassen. Aber alles was dahinter steht, erzeugt einen rasant wachsenden Datenberg, der nicht zuletzt auch geschützt werden muss. Um das verantwortungsvoll leisten zu können, „braucht es eine gewisse Größenordnung“, ist Böcker klar. Künftig wollen die Coesfelder das im Verbund mit einem weiteren Caritasverband angehen. Die Entwicklung wird hier weiter gehen, weitere Prozesse digital werden.

    Frage ist dabei, „welche Prozesse können digitalisiert werden, ohne dass die Arbeit leidet?“ Nicht nur hier braucht es nach Meinung von Boecker eine gute Strategie. Dahinter steht auch die Frage, „welche Größe braucht ein Verband?“ In der Verwaltung „müssen wir näher zusammenrücken, aber die Dienste weiter vor Ort vorhalten“, ist sein Vorschlag. Diese Mischung aus dezentralen Unterstützungsangeboten und zentraler Steuerung sei eine große Herausforderung für die nächsten Jahre.

    Um die zu stemmen, braucht es seiner Ansicht nach mehr Geld und entsprechend sollten die Zuschüsse aus Kirchensteuermittel sich nicht nur an den Diensten orientieren, sondern auch zur Strategieentwicklung und Steuerung eingesetzt werden. Gelinge das, erwartet er einen „Entwicklungsschub“. Es könnten beispielsweise Führungs- und Unterstützungsprozesse entwickelt werden, die auf praktisch alle Verbände übertragen werden könnten und nur individuell angepasst werden müssten. Auch hier müsse das Rad nicht ständig neu erfunden werden.

    Die Coesfelder haben über mehrere Jahre „Strategische Perspektiven“ entwickelt mit 15 Feldern und 37 dahinter liegenden Zielen, für die jeweils konkrete Maßnahmen benannt werden. Ein Kraftakt, so Boecker, aber ein gutes Gerüst für den Wandel an vielen Stellen, das die Arbeit anschließend erleichtere.

    Beispielsweise für die sich ändernde Landschaft der ambulanten Pflege. Das neue Bundesteilhabegesetz und auch die Pflegestärkungsgesetze mischen die Karten neu. Mehr ambulante Dienste und auch mehr innerkirchlicher Wettbewerb erwartet der Caritas-Vorstand. Genau hier brauche es eine Strategie, die allerdings nicht statisch sein könne. Ständige Überprüfungen seien deshalb notwendig.